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Master thesis

YOLO City

Der Stolperstein in der Aufgabenstellung des Diplomthemas B – IDEA STORE, ein Haus für Bildung, Information und Sport für Erwachsene zu schaffen – war für mich das umzusetzende Programm.

Überraschend war, dass fast alles bereits im umliegenden Quartier vorhanden ist, teils sogar in der unmittelbaren Nachbarschaft. So bietet beispielsweise die Migros-Klubschule am Limmatplatz zur Zeit über 950 Kurse zur Um- und Weiterbildung an.

Auffallend war auch, dass ich viele Angebote für Kinder gefunden habe.

Nur wo sind die Jugendlichen?

Sie halten sich, glaubt man dem Zeitungsartikel in der NZZ vom 28.3.2015 mit dem Titel ‚Ey, gömmer shoppi‘ vorzugsweise in Shoppingcentern auf. Die Gründe dafür sind vielfältig und bezogen auf die Magisterarbeit von Ute Neumann auf zwei Spähren zurückzuführen. Die öffentliche- und die privaten Sphäre. Ich nenne sie die Vorder- und Rückseite. Beide sind wichtig im allgemeinen Verständnis von Stadt und der Tätigkeiten der Menschen – kleinen, mittleren wie grossen.

Beide Spähren fehlen Jugendlichen zur eigenen und selbstbestimmten Nutzung. Zuhause nehmen die Eltern Einfluss auf sie, in der Schule die Lehrer und in der Stadt werden sie vielerorts nicht geduldet. Und so suchen sie sich Unorte, die an niemanden adressiert sind, wie den einer Unterführung oder den Platz auf einer Treppe, den sie sich temporär zu eigen machen können.

Dem Shopping Center kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu, den es vereint, so meine These, die beiden Spähren oder die Vorder- mit der Rückseite.

Teenager gehören, dicht gefolgt von Senioren, zu den Hauptnutzern von Shopping Centern. Sie tun aber vermeintlich nichts. Sie kaufen kaum je etwas. Window Shopping aber ist eine beliebte und häufig praktizierte Tätigkeit.

Teenager hängen und chillen im Shopping Center. Beides soll keinesfalls als Nichtstun verstanden werden. Chillen ist teils passive, teils aktive Interaktion, chillen bedeutet Rückzug, für sich sein, Ruhe.

YOLO City richtet sich an alle, bezieht sich aber in seiner Konzeption auf die Bedürfnisse von Jugendlichen. Ein Haus der Unorte. Es bietet Raum, Wärme und Strom. Kaufen kann man nichts. Entlang der Aussenfassade reihen sich Schaufenster aneinander. Das alte Silo wurde umfunktioniert zu Toiletten, Fluchttreppe und Lifte.

Auf die Landschaft bezogen führen der Lettenweg und die Zugstrecke durch das Gebäude. Es thront sozusagen auf den zwei dominaten Linien und wird auf zwei Seiten von Erde gefasst.

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