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Master thesis

Dunkelhölzli Farm

Die Idylle des Bauerhofs wird oft mit romantischen Malereien assoziiert. Die Kinder spielen auf dem Hof, während die Hühner die Körner vom Boden picken, die Schafe weiden auf der Wiese und der Traktor die Felder pflügt. Auch das Bild von der ganzen Familie von Grossmutter zu Eltern und Kinder in der Küche oder dem Kamin in der warmen Stube ist ein oft gewähltes Motiv. Meine Interpretation von städtischer Verdichtung ist ein Versuch der Überlagerung, des in unserer Vorstellung rural angesiedelten Landwirtschaftlichen Betriebs, auf urbane Wohnstrukturen zu integrieren. Dadurch soll auch der Landwirtschaft ein Hauch von neuer Identität verliehen werden. Die Genossenschaft ist eine neue Form von Gemeinschaft und soll mehr oder weniger autonom funktionieren. Der ganze Betrieb ist nicht wie üblich in Landwirtschaftlichen Betrieben auf maximalen wirtschaftlichen Profit ausgelegt. Die Farm dient primär für die Selbstversorgung. Die landwirtschaftlichen Aufgaben werden in der Gemeinschaft verteilt. Es entsteht ein urbaner Bauernhof für 800 Teilzeitbauern und 10 Bauern im Vollzeitpensum, welche Aufgaben koordinieren. Das geplante Dunkelhölzli Gartenprojekt wird in den Betrieb des Bauernhofs miteinbezogen. Die Parzellierung nach einer typischen Kleegrasfruchtfolge mit neun Schlägen, Permakultur – und Weideflächen für die Tiere entstehen. Zudem wird die alte Gärtnerei wieder in die Strukturen miteingebunden und deren Treibhäuser für den Obst- und Gemüseanbau genutzt. Das alte Bauernhaus im Südosten angrenzend an die Parzelle, worin sich momentan die Pflanzstation Dünkelhölzli befindet wird als Wohnhaus für die Bauern genutzt. Durch den Viehbetrieb entstehen weitere Erzeugnisse für die Verarbeitung von Lebensmittel oder Textilien. Die Wohngenossenschaft als wirtschaftliches Modell wird durch Subvention des Staates für Landwirtschaftliche Betriebe ergänzt. Jene Subventionen werden direkt an die Bewohner weiter verteilt, je nach Arbeitspensum auf der Dunkelhölzi Farm. Dabei hat man aber selber die Wahl zu treffen wie man seine Arbeitseinsätze wieder eintauscht. Sei es in Form einer vergünstigten Miete, Anteile von der Kuh produzierten Milch und Fleisch, Liter an Most anhand von Obstbaumbeteiligung oder Gramm Wolle vom Fell des Schafes. Somit lässt sich auf jeden Anwohner der Dunkelhölzli Farm, ein ganz spezifisches Modell einrichten, bei dem Arbeitsaufwand und den daraus materiellen oder finanziellen Ertrag in einem fairen Verhältnis stehen können. Genau so können auch die Bewohner des Wohnriegels wo der Kuhstall angeschlossen ist mit den Subventionsgeldern für die Viehhaltung, gemeinsame Investitionen für den Ausbau ihrer gemeinsam genutzten Räume tätigen (Bsp. Sauna). Man verzichtet auf ein wenig Privatraum, kann sich aber umso mehr Komfort in der Gemeinschaft leisten.

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