Menu ETH
Master thesis

Rosengartenstrasse: Preserving the Void

Die Rosengartenstrasse in ihrem aktuellen Zustand ruft bei den Zürchern negative Assoziationen hervor. Zu laut, zu verschmutzt, zu stark befahren. Doch diese Umstände haben sie zu einem einzigartigen Kosmos in der Stadt gemacht. Ein Ort, wo Verspieltheit, Spontaneität, Flexibilität nicht in Konkurrenz mit Rentabilität und Produktivität treten. Sie bieten Raum für Menschen und Lebensarten, die zunehmend aus der Stadt gedrängt werden, für einzigartige Objekte und Situationen die in ihrer Spezifizität und Spontaneität die Poesie des Raumes ausmachen. Die Strasse wurde trotz oder vielleicht wegen dieser Umstände angeeignet. Sie bildet eine Lücke in das idealisierte Bild der Stadt.

Die Umleitung des Verkehrs in den Rosengartentunnel wird den Raum dem ökonomischen Druck ausliefern: Die laute und stark befahrene Strasse wird einer Quartierstrasse weichen, der Verkehr wird aus dem Quartier verbannt, die Anziehungskraft der Wohngegend steigen und der Druck auf das abgegebene Bild auch.

Als Folge dieser tiefgreifenden Veränderungen wird einigen Elementen ihre Daseinsberechtigung entnommen. Der Verlust ihrer Funktion oder ihrer Einzigartigkeit verwandeln sie in Störelemente in diesem neuen Bild. Ihr Fortbestehen, Ihre Daseinsberechtigung hängt von ihrer Adaptabilität ab, davon, ob sich Ihre Erscheinung oder ihre ursprüngliche Funktion in der veränderten Umgebung neu definieren lässt.

Jedes Objekt, jede Fassade, jede Komponente des bestehenden Strassenbildes wird auf ihre Berechtigung in der gewandelten Situation hin geprüft. Durch Funktion oder Erscheinungsbild muss sie dem neuen Druck standhalten, sich einfügen können und im Dialog mit seiner neuen Umgebung bleiben. Hinter dem Anschein können aber die Möglichkeiten der Lücke erhalten bleiben, Raum für Absonderlichkeiten und Unstimmigkeiten geschaffen werden. Das Bild wird subvertiert und mit dem Verborgenen angereichert.

Project by: